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Schweizer Immobilienanleger investieren vermehrt im Ausland

Dies geht aus einer Umfrage von EY Schweiz und der Hochschule Luzern hervor.

Schweizer Immobilienanleger investieren vermehrt im Ausland

Schweizer Immobilienanleger und Pensionskassen wurden von Februar bis März dieses Jahres im Rahmen des aktuellen Asset Management Surveys von EY Schweiz in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern befragt. Die bereits zum dritten Mal durchgeführte Umfrage gibt Aufschluss über die Investitionsabsichten und -strategien sowie eine Einschätzung bezüglich Immobilien-Investments in der Schweiz und dem ausländischen Markt. Zudem wurden die sogenannten ESG-Kriterien und ihre steigende Bedeutung wiedergegeben sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie berücksichtigt.

Ergebnisse der Umfrage: Immobilieninvestments weiterhin attraktiv

Für die Umfrage wurden 52 repräsentative Unternehmen der Schweizer Immobilienwirtschaft befragt, die gemeinsam 248 Mrd. CHF in Immobilien investiert haben. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich das Gros der Schweizer Unternehmen von der aktuellen Situation unbeeindruckt zeigt und 70 % der Befragten weiterhin bereit ist, wie bisher Risiken einzugehen und in die Immobilienwirtschaft zu investieren.

Investoren kaum durch Corona-Pandemie eingeschüchtert

Die Resultate des aktuellen Asset Management Surveys zeigen, dass die Corona-Pandemie die Investoren und ihre generelle Nachfrage nach Immobilienanlagen kaum beeinflusst habe. Dies bestätigte Karl Frank Meinzer, Leiter Real Estate bei EY Schweiz.

Immobilien-Experte bei EY Schweiz, Casper Studer, erklärte jedoch, dass es dennoch zu einer Veränderung gekommen sei. Immobilien, die sich während der unsicheren Zeiten als besonders resilient erwiesen haben, rücken nun in den Fokus. Damit wären vor allem Immobilien für Wohnen und Logistik gemeint. Aber auch Büro-Immobilien konnten ausgehend von den Resultaten der Umfrage die Gunst der Investoren behalten.

Während mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen ihre Portfolios in der Assetklasse Wohnen ausweiten wollen, ist es bei den für Detailhandel genutzten Immobilien genau das Gegenteil der Fall. Laut der Studie sinkt das Interesse an Detailhandels-Immobilien derzeit deutlich. Von den befragten Unternehmen haben 36 % angegeben, ihre inländischen Anlagen bzw. 27 % ihre ausländischen Anlagen verringern zu wollen.

Immobilienanleger: Steigendes Interesse an ausländischen Immobilien

Nachdem während der Corona-Pandemie Wohn- und Logistik-Immobilien in der Investorengunst gewinnen, entdecken immer mehr institutionelle Anleger aus der Schweiz das Ausland. Der Studie nach wollen sie neben inländischen auch verstärkt ausländische Immobilien berücksichtigen:

  • Etwa 63 % der befragten Unternehmen haben angegeben, nach ihren Erfahrungen während der Pandemie künftig ausserhalb der Schweiz in Immobilien zu investieren.
  • Parallel dazu haben 51 % der Befragten angegeben, bei den entsprechenden Immobilien in der Schweiz Investitionssteigerung zu planen.
  • Im Bereich der Logistikimmobilien würden 46 % der Befragten mehr im Ausland investieren, während nur jeder Dritte an Investitionen im Inland interessiert sei.

Der Referent für Wirtschaft an der Hochschule Luzern, Prof. Dr. John Davidson, äusserte sich ebenfalls zu den Ergebnissen der Studie und erklärte, dass die Corona-Krise sektorielle und regionale Diversifikation als einen bedeutenden stabilisierenden Faktor zum Vorschein gebracht habe.

Pensionskassen risikoscheu

Pensionskassen sind bei der Umfrage eine Fokusgruppe, die weiterhin besonders risikoavers ist. Ein Grossteil dieser sowieso risikoscheuen Investoren hat bei der Befragung angegeben, bei Investitionen künftig hochklassige, risikoarme Gewerbeimmobilien (Core/Core+) zu bevorzugen. Laut Studienergebnissen gaben dies 45 % der Befragten für Schweizer und 39 % für ausländische Immobilien an.

  • Bei Schweizer Immobilien will der Grossteil der Pensionskassen die Portfolio-Anteile der Risikoklassen „Value-Add“ und „Opportunistic“ stabil halten. Wenn es um ausländische Immobilien dieser beiden Risikoklassen geht, ist bei 19 % bzw. 14 % der Befragten eine Reduktion geplant.
  • Bezüglich ihrer Vermögensaufteilung möchten etwa 50 % der Pensionskassen weniger Obligationen halten und künftig vermehrt in Aktien investieren.
  • Infrastrukturprojekte haben sich für 44 % der Befragten als interessant erwiesen, während 25 % der Meinung sind, dass der Anteil von Immobilienanlagen im Gesamtportfolio ausgebaut werden soll.
  • Ein Drittel der Pensionskassen will Private-Equity-Investments und jede fünfte Pensionskasse die Hedgefonds ausweiten.
  • ESG-Faktoren (Environmental, Social, Governance) spielen für 69 % der befragten Unternehmen eine grosse Rolle bei Investmententscheide, während lediglich für 3 % genau das Gegenteil der Fall ist.

Für Privatanleger mit Interesse an einer Immobilien-Investition in Deutschland: Unser Ratgeber

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